Presserückblick KW 51/ 2023

Das Weihnachtsgeschenk muss warten: Erst im Januar 2024 wird sich herausstellen, ob die Beschäftigten der freien Kita-Träger zukünftig ebenfalls in den Genuss der Hauptstadtzulage kommen.

Der Tarifstreit ist beendet, und das Verfahren, das prüfen soll inwieweit die Verhandlungsergebnisse für den Öffentlichen Dienst auch in die Rahmenvereinbarung der freien Kita-Träger einfließen, sind angelaufen. Das dauert noch bis 19. Januar 2024.
Erst dann wird sich herausstellen, ob die etwa 20 000 Beschäftigten der Freien Träger zukünftig ebenfalls in den Genuss der Hauptstadtzulage kommen – die Gleichstellung mit den landesbeschäftigten würde das Land Berlin 36 Millionen Euro kosten.
tagesspiegel.de (paid)

Aus der vorweihnachtlichen Überraschung des Tarifstreits wird also vielleicht ein Neujahrsgeschenk. Wir hoffen darauf!
Genügend und gut bezahltes Kita-Personal ist ja wie wir alle wissen einer der Schlüssel dazu, benachteiligte Kinder so zu fördern, dass sie mithalten können, wenn sie auf die Schule kommen. Ein paar Wochen Sprachförderung nebenher reichen nicht aus.
„Welt“-Autor Alan Posener wirft einen Blick auf die 12 (von insgesamt 20) Sprach-Kitas des freien Berliner Trägers INA – ein Mitglied unseres Aktionsbündnisses Kita-Stimme Berlin. Dort arbeiten speziell dafür weitergebildete Fachkräfte, die eigens für die gezielte Förderung von Kindern mit Sprachdefiziten eingestellt wurden und das in den Kita-Alltag integrieren – pädagogische Qualität at ist best.
welt.de

NEWS NEWS NEWS
Davon brauchen wir noch mehr! In unserer Herbstumfrage haben wir Kitaträger in Berlin gefragt, warum über zwölf Prozent der bereits genehmigten Plätze nicht belegt waren (immerhin 3858 Plätze). Die Kitaträger gaben bei 74 Prozent der Plätze an, dass sie wegen nicht belegter Personalstellen vakant bleiben. Nur vier Prozent der Plätze wurden wegen mangelnder Anfragen nicht belegt. Der Fachkräftemangel schlägt hier voll zu und ist der Hauptgrund dafür, dass Kitaplätze nicht aktiviert werden können.
Hannazeit

2024 wird es eines der brennendsten Themen bleiben, den Fachkräftemangel zumindest abzumildern. Hier verweisen wir als kleines vorweihnachtliches Wunschkonzert noch einmal ganz unbescheiden auf unser im Herbst erarbeitetes umfangreiches Fachkräfte-Dossier, aus dem die Politik im nächsten Jahr zahlreiche Ideen schöpfen und in politisches Handeln umsetzen könnte. Hier geht es zu dem Maßnahmenpaket kita-stimme.berlin/fachkraeftemangel wirksam begegnen

Es passiert ja nicht nichts, aber eben noch nicht genug. Das belegen die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes:

Zahl der Woche I
Die Bildungsausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden sind 2022 um 5,3 Prozent auf 176,3 Milliarden gestiegen. Eingefroren ist allerdings der prozentuale Anteil der Bildungsausgaben am Brutto-Inlandsprodukt BIP – nämlich bei 4,6 Prozent.
tagesspiegel.de

Das ist zu wenig, finden Experten und fordern mehr Investitionen. Das jüngste PISA-Ergebnis lässt grüßen. Allerdings braucht es nicht nur mehr Geld, es muss auch gezielt dorthin fließen, wo es am meisten gebraucht wird.

Richten wir unseren Blick deswegen einmal nach Hamburg, das 2024 neue Wege geht. In der Hansestadt bekommen Kitas mit einem besonders hohen Anteil an förderungswürdigen Kindern, etwa aus sozial benachteiligten oder nichtdeutschen Familien, zusätzliches Geld für eine bessere Personalausstattung. Das sind immerhin 444 von über 1150 Kitas. Nur mit der entsprechenden Personalausstattung kann die alltagsintegrierte Sprachförderung und sozialarbeiterische Zusammenarbeit mit den Familien überhaupt gelingen. Und die Integration!
(Frankfurter Rundschau)

Wir freuen uns über alle, die sich für die Bildung unserer Kleinsten engagieren. Bitte sehr:

Unternehmens-Beraterin der Woche
Wie Unternehmen dabei mithelfen können, den Kitaplatzmangel abzumildern, erzählt die promovierte Sozialpädagogin Ilse Wehrmann der „Süddeutschen Zeitung“. Wehrmann hat sich mit einer Agentur selbständig gemacht, die Unternehmen bei der Planung von Betriebs-Kitas berät. Zu ihren Kunden zählen RWE, Daimler und Adidas. Zuletzt hat das Schiltacher Unternehmen Hansgrohe im Dezember eine Betriebs-Kita eröffnet. Bei einer Befragung der Belegschaft hatte sich herausgestellt, dass Bedarf besteht.
(Süddeutsche Zeitung)

Zahl der Woche II
In Deutschland gibt es rund 780 Betriebs-Kitas. Bis zu 18 Behörden müssen zustimmen, damit eine Kita entstehen darf.
(Süddeutsche Zeitung)

Wir als freie Träger wissen natürlich aus eigener Erfahrung, wieviel Aufwand das ist, aber: Bitte, bitte, bitte liebe Unternehmer, lasst euch davon auf gar keinen Fall abschrecken!
Das wünschen wir uns.

Und Ihnen wünschen fröhliche und friedvolle Feiertage!

Ihre Kita-Stimme.berlin