Presserückblick KW 19/2024

Presserückblick KW 19/2024

Warum Sprachförderung in den Kitas bleiben sollte und warum landeseigene Kitas früher schließen wollen, aber nicht dürfen. Dies und mehr waren die Themen der Woche.

Alle sind sich einig, dass die Sprachförderung von Kindern wesentlich ist für die spätere Bildungs-Entwicklung. Nur, wo soll sie stattfinden?

Viele Bundesländer wollen sie von der Kita in die Schule verlagern. Das Modell Hamburg mit seinen Vorschulklassen gilt dabei als Vorbild.
Fröbel-Geschäftsführer Stephan Spieker stellt in einem Fachbeitrag auf Table.Media infrage, ob die Vorschule für die frühe Sprachförderung wirklich der beste Ort ist. Spielerisches, alltagsintegriertes und ganzheitliches Lernen fange schon ab dem ersten Lebensjahr an, sagt Spieker und plädiert dafür, die frühe Sprachförderung in der Kita personell zu stärken. Wie sehr bereits die gesamte Kita-Zeit Bildungszeit sei, werde allzu oft verkannt. Spieker plädiert für eine bessere Strukturierung und Auswertung der bereits existierenden Sprachfördermaßnahmen in den Ländern.
table.media

Zitat der Woche I
„In Deutschland gibt es für 16 Bundesländer mehr als 20 Erhebungsverfahren für die sprachliche Entwicklung sowie gute und erprobte Beobachtungsinstrumente für weitere Kompetenzbereiche. Leider werden diese nicht oder in viel zu geringem Umfang genutzt und weiterentwickelt“.
(Fröbel-Geschäftsführer Stefan Spieker in table.media)

Wo an öffentlichen Investitionen für die frühe Sprachförderung geknapst wird, greift das Ehrenamt Sprachpate. Davon kann es in der vielfältigen Einwanderungsstadt Berlin gar nicht genug geben. Ob Vorlesen, Basteln, ein Bilderbuch anschauen oder gemeinsam spielen: „Alles ist ja Sprache“, sagt der Berliner Martin Schmermbeck, der einmal in der Woche in einer Kita in Lichterfelde-Süd als Sprachpate arbeitet. In der Brennpunkt-Kita kommen alle Kinder aus Migrationsfamilien. Am besten funktioniert es, wenn eine Sprachpate sich auf ein oder zwei Kinder konzentrieren kann.
tagesspiegel.de

Individuelle Förderung in der Kita ist nicht nur für die Schwächsten wichtig. Die Karg-Stiftung setzt sich dafür ein, dass besonders wissbegierige Kita-Kinder ebenfalls ihrem Stand entsprechend gefördert werden. Mit dem „Karg-Magazin“ will die Stiftung Erzieherinnen und Erzieher bei der „Gestaltung eines begabungsförderlichen Kita-Alltags“ unterstützen.
berlin-mitte-zeitung.de

Um die Qualität der frühen kindlichen Förderung zu gewährleisten braucht es bekanntlich genügend pädagogisches Personal. Doch daran hapert es oft, viele Erzieherinnen und Erzieher arbeiten am Limit. Kita-Träger reagieren auf den Personalnotstand immer öfter mit kürzeren Öffnungszeiten. Wie die B.Z. zuerst berichtete, kündigten kürzlich ausgerechnet 38 landeseigene Kitas in Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof Schöneberg an, ab Juni früher schließen zu wollen. Die Verwaltung stoppte jetzt das Vorhaben und betonte, Schließungen seien nur in temporären Not-Situationen keinesfalls flächendeckend möglich. Und nur dann, wenn eine Notbetreuung angeboten werde.
(Tagesspiegel).

Wir fragen uns: Wie wäre es mit Investitionen in mehr Personal?

Zitat der Woche II
„Unser Ziel ist, dass wir dem Betreuungsanspruch, der mit dem Kita-Gutschein einhergeht, gerecht werden“.
(Bildungs-Senatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) in der B.Z.)

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Audio-Tipp*
Wie machen es die, die es gut machen? Der Blick über den Tellerrand schadet nie: Singapur steht mit seinem Bildungssystem im PISA-Ranking ganz oben. Schon in der Kita lernen Kinder verschiedene Sprachen, sie lernen im Team zu arbeiten, Führung zu übernehmen und entwickeln Erfindungsgeist (4:46 Minuten)
swr.de

Natürlich gilt auch hier: Wer gute Qualität bieten und Kinder nicht nur verwahren will, braucht ausreichend pädagogisches Personal.
Ostdeutschland gilt – was die Versorgung mit Kitas anbelangt – oft als vorbildlich. Weniger vorbildlich ist jedoch der Personalschlüssel, der vor allem die Betreuung der ganz kleinen (auch in Berlin). Was es für eine Fachkraft bedeutet, mehr Kinder betreuen zu müssen als gut ist, hat Tagesspiegel-Autorin Saara von Alten beobachtet und einen Tag in einer Krippe verbracht. Am Ende können die Leserinnen und Leser die Erschöpfung fast körperlich nachvollziehen.
(Tagesspiegel)

Die Dauerbelastung im Kita-Alltag bringt Fachkräfte an physische und psychische Grenzen. Wie sich Erzieherinnen und Erzieher mit ein paar kleinen Veränderungen dennoch etwas Luft verschaffen können, erklärt Stresspräventionstrainerin Carola Kleinschmidt, die Kitas bei der Stressreduktion berät.
bildungsklick.de

Chillen Sie runter und gönnen Sie sich zum Wochenende erholsame Mikro- und Makropausen.

Ihr Kita-Stimme.berlin