Presserückblick 3/ 2024

Bildungsstaatssekretär Falko Liecke (CDU) wird in Marco Fechners Podcast zu wichtigen Kita-Fragen gelöchert. Thema ist außerdem ist der aktuelle Kita-Monitoringbericht.

Es geht wie immer ums liebe Geld. Wer finanziert einen besseren Personalschlüssel in den knapp 3000 Berliner Kitas? „Das ist eine große Hürde“, sagt Berlins Bildungsstaatsekretär Falko Liecke, und macht klar, Berlin könne mehr Personal pro Kind nicht allein stemmen. Also ist der Bund_ „mit gefragt“_ – sagt Liecke im Interview mit Podcaster Marco Fechner.

Der Bund bastelt ja bekanntlich an einem Folgegesetz zur gezielteren Verbesserung der Kitaqualität. In seinem Bildungs-Podcast „Fechner lädt zum Gespräch“ löchert Marco Fechner Liecke zu vielen weiteren wichtigen Fragen – darunter beispielsweise, wie haltbar angesichts der Haushaltslage die Zusagen des Regierenden Bürgermeisters sind, dass im Bildungsbereich nicht gespart werden soll. Und wie vor dem Hintergrund angespannter Haushaltslage das Kita-Chancenjahr tatsächlich alle Kinder erreicht, die es nötig haben.
Audio-Interview Falko Liecke

Und nochmal Marco Fechner, diesmal im Gespräch dem Geschäftsführer der FRÖBEL Bildung und Erziehung gGmbH, Stefan Spieker:
Unter Anderem zu den Fragen, ob die Platzprognosen des Senats für die kommenden Jahre realistisch sind, wo Unterstützung des Senat beim Kita-Ausbau wünschenswert ist, wie erfolgversprechend die Umsetzungskonzeption des “Kitachancenjahres” ist und ob und wo ggf. noch nachgeschärft werden muss. Die Gewinnung, Ausbildung und das Halten von Erzieher:innenpersonal, den Spracherwerb der Kinder und die Frage, wie angesichts des notwendigen und angepeilten Kitaausbaus bei gleichzeitig begrenzten personellen Ressourcen eine Qualitätssicherung möglich ist. Und nicht zuletzt darüber, was den Erzieher:innenberuf so großartig macht und wie man ihn noch attraktiver machen kann.
Das vollständige Gespräch finden Sie hier.

Die „Taz“ hat sich im Interview des Berliner Landeschefs Raed Saleh angenommen, und kreist beharrlich um Salehs Einschätzung zu Sparfuchs Stefan Evers (CDU). Der Finanzsenator hat alle Ressorts aufgefordert, Vorschläge zu machen, wie sie ihre Etats um 5,9 Prozent kürzen könnten, was natürlich auch das Bildungsressort hart träfe. Saleh schlägt vor, nichts zu überstürzen und die Steuerschätzung vom Mai abzuwarten, um dann erst Kassensturz zu machen.
(Taz)

Zitat der Woche I
_„Ich verstehe ja, dass der Finanzsenator einen Brief rausschickt, irgendwie geht das schon gut,
5,9 Prozent über alle Häuser, egal wie viel Geld dort jeweils gebunden ist. Tatsächlich erwarte ich aber, dass hier etwas mehr Zeit investiert wird“._
(Berlins SPD-Chef Raed Saleh im Interview mit der Tageszeitung)

Es sollte jedenfalls nicht an den Programmen gespart werden, die in Zukunft diejenigen Kinder besser erreichen sollen, die von einem Kitabesuch am meisten profitieren würden. Denn der Kita-Besuch kann dazu beitragen soziale Unterscheide auszugleichen. Gerade Kinder aus ärmeren Familien profitieren überdurchschnittlich vom Kita-Besuch. Das belegt einmal mehr eine Studie des Leibniz-Instituts für Bildungsverläufe, die Daten des Nationalen Bildungspanels auswertet.
bildungsklick.de

Zitat der Woche II
„Würden alle Kinder eine Kita besuchen, würden die sozialen Ungleichheiten in den
Kompetenzen geringer ausfallen als heute. Würden alle Kinder ausschließlich durch ihre Eltern
betreut, würden sich die sozialen Ungleichheiten hingegen verstärken“.
(Leibniz-Forscherin und Studien-Autorin Corinna Kleinert/Der Spiegel)

Noch eine wichtige Zahl aus ebendieser Studie:

Zahl der Woche
Obwohl die Kinder schlechter gestellter Familien am meisten profitieren, liegt die Wahrscheinlichkeit für deren Kitabesuch im Alter von zwei Jahren bei lediglich rund 35 Prozent – im Gegensatz zu 60 Prozent bei besser gestellten Familien.
(Der Spiegel)

Der aktuelle Kita-Monitoringbericht 2023 des Bundesfamilienministeriums zeigt leichte Fortschritte bei Personalausbau und Personalschlüssel – allerdings mit sehr großen Unterschieden in den Regionen. Auch über 2024 hinaus gebe es „Handlungsbedarf“, sagt Familienministerin Lisa Paus (Die Grünen) anlässlich der Veröffentlichung. Die frühkindliche Bildung sei ein zentrales Element, wenn es darum gehe, Bildungserfolg und familiäre Herkunft zu entkoppeln.
evangelisch.de

Wer sich den kompletten Bericht beim BMFSFJ herunterladen möchte – hier entlang.

Einen geeigneten Kitaplatz zu finden, ist auch weiterhin kein Selbstläufer. In der FAZ beschreibt (anonym) ein junges Berliner Paar seine Erlebnisse auf der Suche nach einem perfekten Kitaplatz – ein Jahr bevor ihre Tochter in die Kita gehen soll. Am Ende wird es eine Kita, die aussieht wie ein verlottertes Bürogebäude, eine unfreundliche Kita-Leitung hat, dafür aber freundliche Erzieher und einen Platzgarantie für Dezember 2024.
(FAZ)

Lese-Tipp
Olivia Jones erhält den Deutschen Lesepreis. Die engagierte Dragqueen liest regelmäßig in Kitas und Schulen – zur Freude der Kinder und zum Ärger erzkonservativer Kreise. Warum ihr Einsatz für mehr Lesekompetenz den Preis verdient hat, können Sie in der Hochrhein-Zeitung nachlesen.
hochrhein-zeitung.de

Ihnen ein entspanntes Winter-Wochenende!

Ihre Kita-Stimme.berlin