Der Kita-Ausbau wird plötzlich stemmbar!

Beim Kita-Ausbau geht es in Berlin voran – die Senatsverwaltung hat in der vergangenen Woche beeindruckende Zahlen präsentiert. Jetzt müssen die noch fehlenden Plätze genau da entstehen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Und die explodierenden Baukosten dürfen uns keinen Strich durch die Rechnung machen.

Das waren beeindruckende Zahlen, die uns die Senatsbildungsverwaltung in der vergangenen Woche zum Start ins neue Kita-Jahr präsentiert hat: Nach wie vor geht man davon aus, dass im Jahr 2026 in Berlin rund 200.000 Kita-Plätze benötigt werden. 182.205 davon gibt es schon, die Schaffung von rund 11.000 weitere ist bereits bewilligt – die Differenz von rund 7.400 Plätzen scheint plötzlich stemmbar.

Jetzt müssen wir alle gemeinsam dafür sorgen, dass noch fehlende Betreuungskapazitäten auch da entstehen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Die Senatsverwaltung geht für ihre Planung davon aus, dass für 95 Prozent aller Über-Dreijährigen in Berlin ein Betreuungsplatz gesucht wird. Vor allem in den Randbezirken sind die Kita-Plätze aber noch knapp. Das belegt auch die Antwort auf eine schriftliche Anfrage der beiden Abgeordneten Katharina Günther-Wünsch und Roman Simon. Sie zeigt: Während in den Bezirken Mitte, Pankow und Friedrichshain-Kreuzberg bereits zwischen 94 und 98 Prozent aller Kinder über drei Jahren betreut werden sind es in Spandau nur knapp 86 Prozent und in Reinickendorf 90 Prozent. In Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick liegt die Quote zwischen 91 und 92 Prozent. Wichtig ist, dass wir die Kinder in diesen Stadtteilen jetzt nicht aus den Augen verlieren. Auch sie müssen eine Chance auf gute Bildung erhalten – insbesondere dann, wenn sie eine Sprachförderung brauchen.

Freie Träger, die in weitere Ausbau-Projekte investieren wollen, brauchen natürlich Planungssicherheit – der in diesem Jahr veröffentlichte Förderatlas ist ein gutes Instrument um die künftigen Bedarfsregionen transparent zu machen. Größere Bauprojekte haben immer einen gewissen planerischen Vorlauf und auch ihre Umsetzung kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Preisexplosion bei den Baukosten können für Ausbauvorhaben, die bereits vor einigen Jahren kalkuliert wurden somit zu einer ernsten Gefahr werden. Dieses Problem muss bei der Förderung künftiger Projekte in den Blick genommen werden, damit der Kita-Ausbau in der Hauptstadt nicht auf den letzten Metern scheitert.

Schön, dass der lange stockende Motor bei der Investition in neue Plätze jetzt wieder anspringen kann. Wir sind uns sicher: Viele Träger in der Stadt freuen sich darauf, noch mehr einzigartige Orte zu schaffen, an denen 7.400 weitere Kinder gut ins Leben starten können.